Bernina Express

Bernina Express

Der Bernina Express befährt die Strecke von Chur bis Tirano und umgekehrt und legt dabei fast die gesamte Albula- und Berninastrecke zurück. Die Albulastrecke führt von Thusis bis nach St. Moritz, die Berninalinie von St. Moritz bis ins italienische Tirano. Die Bahn wurde 2008 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen und ist eine der bekanntesten und schönsten Bahnstrecken der Schweiz. Beinahe täglich fährt der Bernina Express der Rhätischen Bahn von Chur bis Tirano mit Halt in Tiefencastel, Filisur, Bergün, Pontresina, Alp Grüm, Poschiavo und Le Prese. Für die ca. 144 km benötigt der Zug aufgrund der vielen Kurven und grossen Höhenunterschiede sowie eines ca. 20 min langen Fotohaltes bei der Station Alp Grüm etwas über 4 Stunden. Beindruckende Bauwerke wechseln sich ab mit schönen Landschaften. Auf der gesamten Strecke werden 55 Tunnel und 196 Brücken passiert.

Die Route des Bernina Express

Der Bernina Express startet in Chur, dem Hauptort des Schweizer Kantons Graubünden, auf 584 m. ü. M. Nach knapp zehn Kilometern erreicht der Zug Reichenau-Tamins, wo er beim Zusammenfluss von Vorder- und Hinterrhein den Hinterrhein überquert. Nur wenige Meter weiter zweigt rechts die Strecke nach Ilanz, Disentis/Mustér, Andermatt, Brig und Visp ab, die auch vom Glacier Express befahren wird. Weiter geht es Richtung Süden bis nach Thusis, wo die Albulalinie beginnt.

Der Bernina Express auf der Albulastrecke

Nach Thusis wird der Hinterrhein ein zweites Mal überquert, bevor es durch das Albulatal weitergeht. Ein erstes Highlight ist das Überqueren des 164 m langen und 85 m hohen Solis Viadukts bei Solis, welches den Fluss Albula überspannt. Der Zug gewinnt weiter an Höhe, bis er kurz vor Filisur eines der bekanntesten Wahrzeichen der Strecke und auch der Rhätischen Bahn erreicht: Das Landwasserviadukt. Das gekrümmte Viadukt ist 136 m lang und 65 m hoch und führt direkt in den darauffolgenden Landwassertunnel. In Filisur vereint sich die Strecke mit derjenigen von Davos.

Bernina Express auf dem Landwasserviadukt
Bernina Express auf dem Landwasserviadukt

Zwischen Bergün/Bravuogn und Preda muss der Zug einen Höhenunterschied von 417 m überwinden. Um die Maximalsteigung von 35 Promille einzuhalten, mussten mehrere Kehr- und Spiraltunnels gebaut werden. Bei Preda fährt der Zug dann in den 5865 m langen Albulatunnel ein. Beim Verlassen des Tunnels in Spinas befindet man sich im Hochtal Engadin. Hier beginnt der Abstieg nach Bever, wo die Albulabahn auf die Engadinerbahn trifft. In Samedan verlässt der Bernina Express die Albulalinie und zweigt ab Richtung Pontresina, von wo er dann weiter auf der Berninalinie fährt. Die letzten rund 5.2 km der Albulastrecke von Samedan nach St. Moritz werden vom Bernina Express nicht befahren.

Der Bernina Express auf der Berninastrecke

Ab Samedan steigt die Strecke wieder an. Bei Morteratsch hat der Zug eine Höhe von 1896 m. ü. M. erreicht. Von hier kann man auch die Aussicht auf den Morteratsch-Gletscher geniessen. Kurz bevor bei Ospizio Bernina der höchste Punkt der Strecke erreicht ist, wird noch die europäische Wasserscheide zwischen dem Adriatischen Meer und dem Schwarzen Meer überquert. Dies wird durch ein gelbes Schild neben der Strecke angezeigt.

Wasserscheide Adriatisches Meer – Schwarzes Meer bei Ospizio Bernina
Wasserscheide Adriatisches Meer – Schwarzes Meer bei Ospizio Bernina

Der Bahnhof von Ospizio Bernina liegt auf 2253 m. ü. M. am Lago Bianco, der am 14.04.2017 noch grösstenteils zugefroren war. Hiermit ist die Berninastrecke die höchste Eisenbahnlinie über die Alpen und Ospizio Bernina der höchste Bahnhof der Rhätischen Bahn. Diese Höhe erreicht die Bahn ohne Zahnrad. Auf der nördlichen Seite beträgt die Steigung maximal 35 Promille, auf der südlichen sind es allerdings bis zu 70.

Lago Bianco
Lago Bianco

Ab Ospizio Bernina geht es steil bergab. Schnell ist der Bahnhof Alp Grüm erreicht, wo es eine hervorragende Aussicht auf das Puschlav (Val Poschiavo) gibt. Weiter geht es hinab bis nach Poschiavo auf 1014 m. ü. M., wo es wieder etwas flacher wird. Der Bernina Express fährt dann am Ufer des Lago di Poschiavo vorbei und erreicht dann ein weiteres Wahrzeichen der Strecke: Das Kreisviadukt von Brusio.

Kreisviadukt von Brusio
Kreisviadukt von Brusio

Knapp 4 km nach diesem Highlight in Brusio überquert der Bernina Express die schweizerisch-italienische Grenze. Nur weitere 3 km weiter erreicht er seine Endstation Tirano.

Weiterfahrt nach Lugano oder Milano

Ist man erst einmal in Tirano angekommen, kann man seine Reise durch das italienische Tal Valtellina (Veltlin) Richtung Lugano oder Milano fortsetzen. In den Sommermonaten fährt der Bernina Express Bus von Tirano über Sondrio und Morbegno und dem Comersee entlang nach Lugano. Mit der Bahn erreicht man ab Tirano die zweitgrösste italienische Stadt Milano in rund 2.5 Stunden.

Höhenprofile der Albula- und Berninalinie

Folgende Höhenprofile zeigen die Höhen über Meer aller sich noch in Betrieb befindlichen Bahnhöfe der beiden Bahnlinien:

Höhenprofil Albulalinie
Höhenprofil Berninalinie

Tipps

Der Bernina Express führt Panoramawagen mit, die alle reservierungspflichtig sind. Ausserdem ist für die Panoramawagen ein Preisaufschlag zu bezahlen. Im Normalfall gibt es an der Zugspitze jedoch auch Sitzplätze, für die keine Reservierung notwendig und kein Aufschlag zu bezahlen ist. In der Regel stehen diese Plätze in Form eines Allegra-Triebzugs zur Verfügung. Diese Züge haben ebenfalls sehr hohe Fenster. Gemäss Rhb muss man in diesem Zugteil auf die Panoramasicht sowie den Minibar- und Bordservice verzichten. Der Audiokommentar ist aber auch hier zu hören. Das Platzangebot war an Ostern 2017 in den Nicht-Panoramawagen ebenfalls sehr gut, während alle Panoramawagen ziemlich voll waren.

Die genauen und aktuellen Fahrpläne können bei der SBB oder der Rhb abgefragt werden:

https://www.sbb.ch/
(über die erweiterte Suche können Direktverbindungen ohne Umsteigen gesucht werden)
http://fahrplan.sbb.ch/bin/trainsearch.exe/dn
(Zugsuche: nach der Zugbezeichnung „BEX“ suchen)
https://www.rhb.ch/de/panoramazuege/bernina-express

Mehr Bilder zu diesem Beitrag gibt es in der Gallery: Milano, Venezia (April 2017)

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